SnapPads: Was Hubstützenbesitzer wissen und beachten sollten.

Aufgrund wiederkehrender Anfragen haben wir die Verwendung von aufsteckbaren Stützauflagen in Verbindung mit unseren hydraulischen Hubstützensystemen technisch bewertet. Dabei wurden verschiedene Aspekte identifiziert, die bei der Verwendung solcher Zubehörlösungen berücksichtigt werden sollten. Der Begriff „Stützauflagen“ wird nachfolgend stellvertretend für alle vergleichbaren aufsteck- oder festmontierten Auflageelemente verwendet.

Befestigung und Alterungsverhalten.

Stützauflagen werden in der Regel direkt auf den Stützteller aufgebracht oder aufgesteckt. Auch wenn Hersteller teilweise eine sichere Verbindung im bestimmungsgemäßen Einsatz beschreiben, kann ein unbeabsichtigtes Lösen während des Fahrbetriebs konstruktionsbedingt nicht vollständig ausgeschlossen werden, da in vielen Fällen keine zusätzliche mechanische Sicherung vorgesehen ist. Darüber hinaus ist das Langzeitverhalten solcher Produkte in Bezug auf Materialermüdung, Verschleiß, UV-Einfluss, Temperaturschwankungen sowie mögliche Verformungs- und Alterungsprozesse abhängig von der jeweiligen Material- und Produktqualität. Eine systemseitige Prüfung unter allen realen Einsatzbedingungen liegt für unterschiedliche am Markt verfügbare Lösungen nicht vor.

Gewicht, Systemverhalten und Bodenfreiheit.

Je nach Ausführung bringen Stützauflagen zusätzliches Gewicht im Bereich der Hubstützen mit sich. Laut Herstellerangaben liegt dieses typischerweise zwischen ca. 1,4 kg und 2,3 kg pro Stütze. Dieses zusätzliche Gewicht wirkt dauerhaft auf das Hubstützensystem und kann insbesondere bei bereits bestehenden, unbemerkten Undichtigkeiten oder altersbedingtem Verschleiß dazu beitragen, dass sich einzelne Hydraulikzylinder geringfügig absenken. Zusätzlich verändert sich durch die aufgebrachte Bauhöhe die Fahrzeuggeometrie im Bereich der Stützteller. Dies führt zu einer Reduzierung der Bodenfreiheit im Fahrbetrieb, die je nach Produktbauart bis zu ca. 30 mm betragen kann. Dies kann insbesondere bei Rangiersituationen, Rampen, Bordsteinkanten oder unebenem Untergrund zu Einschränkungen führen.

Kräfteverhältnisse beim Nivellieren und fahrdynamische Einflüsse.

Beim Anheben und Absenken eines Fahrzeugs über hydraulische Hubstützen entstehen neben vertikalen Kräften auch horizontale Kraftanteile in Längsrichtung des Fahrzeugs. Diese entstehen unter anderem durch fahrwerksbedingte Bewegungen während des Nivelliervorgangs. Besonders relevant ist dies bei Fahrzeugen mit AL-KO-Chassis in Verbindung mit elektrischer Feststellbremse, da sich durch die Veränderung der Fahrzeughöhe geringfügige Änderungen im Radstand ergeben können. Damit diese Bewegungen spannungsfrei ausgeglichen werden können, ist eine definierte Gleitbewegung zwischen Stützteller und Untergrund erforderlich. Je nach Material und Ausführung können zusätzliche Stützauflagen diese Bewegungsfreiheit beeinflussen oder einschränken. In der Folge können sich die auftretenden Querkräfte auf Stützteller, Hydraulikzylinder sowie die Fahrzeuganbindung erhöhen. Diese Effekte sind abhängig von der jeweiligen Kombination aus Fahrzeug, Fahrwerksauslegung, Untergrund und verwendetem Zubehör.

Technische Einordnung und Verwendung.

Aus technischer Sicht ist der Einsatz zusätzlicher Stützauflagen als Systemergänzung zu betrachten, die außerhalb der serienmäßig freigegebenen Konfiguration liegt. Die Auswirkungen hängen maßgeblich von der konkreten Ausführung des Zubehörs sowie vom jeweiligen Fahrzeug- und Fahrwerkskonzept ab. Eine allgemeine Freigabe für den Einsatz solcher Produkte kann daher nicht erfolgen. Die Verwendung erfolgt außerhalb der geprüften Systemkonfiguration und liegt im Verantwortungsbereich des Anwenders. Wir empfehlen, die technische Eignung und die Auswirkungen auf das Gesamtsystem im Einzelfall sorgfältig zu prüfen und bei Unsicherheiten auf nicht freigegebene Zusatzkomponenten zu verzichten.


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